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RESTLESS LEGS
ICD 10: G25.8
Der englische Begriff Restless legs kann mit "unruh ige Be ine" übersetzt werden. Als ärztliche Diagnose ist aber auch die Abkürzung Restless legs (statt Restless legs - Synd rom) gebräuchlich.
Restless legs können in 2 Formen auftreten:
- idiopathische (= eigenständige Er krankung) Restless legs
- symptomatische (= als Folge einer anderen Er krankung) Restless legs
Mögliche Ursachen für Restless legs (idiopathische):
- erblich
- Durchblutungsstörungen
- Muskelerkran kungen
- Nervenerkrankung en
- Alkoholismus
- Vitaminmangel
Krankheiten die zu symptomatischen Restless legs führen können:
- Eisenmangel
- Urämie (= "Harnvergiftung" durch ungenügende Nierenleistung)
- Polyneuropathien
- Schädigungen des Rückenmarks
Restless legs sind gekennzeichnet durch intermittierend (= zeitweilig auftretende), paroxysmal (= attackenförmig) auftretende schmerz hafte Empfindungen (Parästhesien und Dysästhesien) in den Beinen (selten auch in den Armen), verbunden mit Bewegung sunruhe, v.a. nachts bzw. im Liegen. Häufig ist hauptsächlich die Unterschenkel außenseite betroffen. Die Ätiologie (= Krankheitsursache) ist unklar.
Weitere Charakteristika:
- die Beschwerden treten nur in Ruhe auf oder verstärken sich in Ruhe
- Bewegung bringt Besserung
- nachts verschlimmern sich die Symptome (= Krankheitszeichen)
Das Auftreten der genannten Erscheinungen wird durch Kältereiz, Anämie (= Blutarmut) und Gravidität (= Schwangerschaft) begünstigt.
Für Betroffene empfiehlt sich, Alkohol, Nikotin, Koffein, Kohlensäure sowie Süßstoffe (Aspartam) und Geschmacksverstärker (Glutamat) zu meiden, da diesen Stoffen eine die Restless-legs - Beschwerden verstärkende Wirkung nachgesagt wird. Auch von Entspannungsmethoden ist abzuraten. (NetDoktor.at)
Nach einer Mitteilung von NetDoktor.at (17.042004) sind 900.000 Österreicher von so genannten "Restless legs" betroffen – mehr als von Diabetes mellitus. Und obwohl die Erkran kung bereits vor über 300 Jahren zum ersten Mal beschrieben wurde, ist sie bis heute einer breiten Öffentlichkeit und auch so manchem Arzt nicht bekannt. Durchschnittlich sind sieben Prozent der männlichen und 13 Prozent der weiblichen Bevölkerung davon betroffen. Über dem 65. Lebensjahr scheint jeder Vierte daran zu leiden.
Differentialdiagnostisch (= welche Krankheiten außer RLS sonst noch in Frage kommen) sind folgende Er krankungen erwähnenswert bzw. kommen häufiger als Fehldiagnosen vor:
- Burning-feet -Syn drom
- Polyneuropathie
- Diabetische Neuropathie bzw. diabetische Polyneuropathie
- Depressionen (das ist erst eine mögliche Spät-Folge)
- Psychosomatische Störungen
- Morbus Parkinson
- Venenerkrankung der Bei ne (oft auch mit Brennen und Kribbeln verbunden, wird auch nach Bewegung besser)
- Borreliose (auch häufig nicht erkannt)
Zur Therapie der Restless legs werden in der Praxis häufig Benzodiazepine (= Beruhigungsmittel) verschrieben, wovon aber wegen des enormen Gewöhnungspotentials abzuraten ist. Öfters sprechen die Beschwerden zufriedenstellend auf die Kombination von Carbamazepin bzw. Gabapentin (z.B. Neurontin®) oder auch Pregabalin (Lyrica®)(= Mittel gegen die Fallsucht aber auch bei diesen Beschwerden hilfreich) mit Baclofen (= ein im Rücken mark / Gehirn wirkendes Mittel zur Muskel entspannung) an. Als Mittel der Wahl gilt heute Levodopa (z.B. Restex®)(= eigentlich ein Mittel gegen Pakinson, der sog. "Schüttellähmung"). Diese Medikation soll in 75% der Fälle hilfreich sein. Pramipexol (Sifrol ®, Mirapexin®, in den USA Mirapex®) - ein Non-Ergot-Agonist bzw. Dopamin-Agonist - soll nach einer neueren Studie ebenfalls gut wirksam sein, gleiches gilt für den Dopaminagonist Ropinirol (z.B. ReQuip®, Adartrel®). Bei ungenügender Wirkung können als nächst höhere Therapiestufe Opioide (z.B. Tilidin oder Oxycodon) versucht werden, da diese Mittel auch eine dopaminerge Komponente aufweisen.
Zuverlässig helfen bei Restless legs auch wiederholte Blockaden der Nn. ischiadici (= Ischias nerven) mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (z.B. Bupivacain, Ropivacain) (= örtliches Betäubungsmittel). Optimal ist diese Behandlung in Form einer kontinuierlichen Blockade mit Katheter* was aber einen stationären Aufenthalt erfordert.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum völlig schmerz los nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerz reizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind (Sympathikolyse), woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert und diese den bei Restless legs vorliegenden, gestörten Nervenzellstoffwechsel optimiert.
Die gesteigerte Durchblutung ist auch der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite der Web-Seite der Bundesregierung mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.
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http://www.restless-legs.li aktualisiert: >02.08.2008</>